Gegen das Vergessen

 

 

Gegen das Vergessen

 

Abfahrt 22:30 Uhr an der Schule, für die meisten war es ein komisches Gefühl um diese Zeit den Weg zur Schule an zu treten. Aber es war notwendig da wir in nur einem Tag bzw. 24 Stunden Zeit hatten nach Auschwitz zu fahren, die Gedenkstätte zu besichtigen und wieder nach Hause zu fahren.

Kurz nach dem die meisten Schüler an der Schule eintrafen, kam bereits der Bus und es war für alle eine Überraschung das der Sitzkomfort in diesem Bus etwas eingeschränkt war. Aber trotz dieser kleinen Einschränkung waren alle voller Neugierde auf die bevorstehende Fahrt und auf den Besuch der Gedenkstätte. Gegen ein Uhr passierten wir die Deutsch – Polnische Grenze und begannen unsere Abenteuerreise auf polnischem Territorium. Viele von uns waren noch nie tiefer als bis zu einem Zigarettenverkaufstand in das Land vorgedrungen. Zu dem erstaunen der Schüler waren die Strassen durchaus befahrbar und die Häuser gepflegt. Somit haben wir schon im ersten Teil der Reise einige Vorurteile beiseite geschafft. Nun begann eine längere Schlafphase die denn meisten zur Erholung reichte.

Wir erreichten, nach kleineren Orientierungsproblemen, Oświęcim also Auschwitz gegen 8:50 Uhr. Mit einem kleinem aber intensiven Frühstück begannen wir den Tag. Manch nutzen die sanitären Anlagen der Gedenkstätte um sich ein wenig frisch zu machen. Kurz vor 10:00 Uhr wurden wir von einem Fremdenführer im Gelände des Stammlagers Auschwitz I begrüßt. Er führte uns durch das Eingangstor des Lagers, welches den berühmten und makaberen Schriftzug trägt „Arbeit macht frei“. Dem ein oder anderem wurde etwas anders in der Magengegend. Wir machten nun unsere ersten Schritte im Stammlager, welches durch die Gräueltaten die in im begangen wurde, weltweit berühmt ist. Nach verschieden Stationen und viel Information, betraten wir ein Gebäude in dem sich Ausstellungstücke befanden, die erst das Ausmaß des Verbrechens eindrucksvoll aufzeigten. Hunderte von Koffern der Opfer, auf denen ihr Name stand, Hunderte von Zyklon B (Giftgas) Kanistern, die zur Tötung der Menschen verwand wurden, außerdem wahrscheinlich tausende Brillen und das Erschreckendste waren die vergrauten, abgeschnittenen Haare von ca. 40.000 getöteten Menschen. Dieser Anblick lies uns Stumm werden und allen war die Betroffenheit an zu sehen. Nun begaben wir uns zum Gebäude 11 im Stammlager, dieses Lager wurde auch Todesblock genannt, kurz nach dem Betreten des Zwischenhofes wussten wir auch warum. Dort befand sich eine Wand an der die Erschießungen stattfanden und um die 9.000 Menschen erschossen wurden. An dieser Stelle legten wir unseren ersten Kranz. zum Gedenken an die Opfer nieder. Anschließend begaben wir uns in das Gebäude, wo wir uns einen Eindruck über die Lebens bzw. mehr Todesbedingungen der Menschen in diesem Lager machen konnten. Stroh oder Strohmatten mussten zum schlafen genügen, aber in einem Raum nicht für 5,10 oder 15 Personen sondern in der Regel so viele das kein Platz war sich zu bewegen. Im Keller kam dann das Grauen der NS-Diktatur nochmals extrem zur Geltung. Dort gab es kleine Zellen mit mittleren Fenster. Diese sahen auf den ersten Blick wie gewöhnliche Zellen aus, doch dort macht man die ersten Versuche mit Zyklon B und anderen Giftgasen in dem man es in die Zellen hineingeschüttet hat. Die Todeskämpfe dauerten oft zwei Tage. Graunhafterweise konnte man noch die Kratzspuren der Menschen an den Türen und Gemäuern erkennen, welche in ihrem Todeskampf versucht haben die Zellen zu verlassen. Die zweite Art der Zellen waren viel, viel kleiner und hatten kein Fenster nur einen Schlitz durch den Luft in den Raum kam. Dieser Raum war nicht mal zwei Quadratmeter groß und war für vier Personen ausgelegt. Man nannte diese Zellen „Stehzellen“, da natürlich vier Personen nur im stehen in diesem Kerker Platz fanden. Es folgte der Gang über den Apelplatz, wo sich auch ein Massengalgen für Hinrichtungen befand, zur Kommandantur. Dort befand sich auch die Wohnung des Lagerleiters Rudolf Höss, welcher 1947 vor seinem ehemaligen Haus im Lager Auschwitz hingerichtet wurde. Unser Weg führte uns dann in die erste provisorische Gaskammer mit Krematorium. Selbstverständlich war es ein sehr beklemmendes Gefühl diese Räume zu besichtigen. Für die meisten ist dieses Verbrechen in seinen Ausmaßen überhaupt nicht fassbar gewesen, obwohl man sich am Ort des Wahnsinns befand. Der Fremdenführer erklärte uns nun das wir uns im Lager Birkenau / Auschwitz II wieder treffen wollen und gab uns den Hinweis das, das Stammlager Auschwitz I ein Luxusgefängnis gegenüber Birkenau gewesen war. Vorstellbar war dies zwar kaum aber die nächsten Stunden bewiesen uns das Gegenteil.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg in das 3 km entfernte Lager Birkenau. Die Dörfer die sich einst dort befanden mussten dem Lager weichen. Nachdem uns der Fremdenführer, der übrigens ein sehr gutes Deutsch sprach, wieder begrüßte, sammelten wir uns auf der so genannten „Rampe“, dort fanden die Selektionen statt. Arbeitsfähige wurden zur weiteren Verwendung in Baracken unter gebracht, Alte, Kranke und Kinder wurden meistens sofort in die Gaskammer gebracht und getötet. An den Gleisen wo der Zug mit den Gefangenen eintraf legten wir einen weiteren Kranz nieder. Nach einem längern Fußmarsch trafen wir in der ersten Steinbaracke ein und waren bestürzt. In diesen kleinen Gebäuden die vielleicht höchstens für 250 Menschen ausgelegt waren befanden sich teilweise bis zu 1000 Menschen. Krankheiten waren da natürlich an der Tagesordnung. Uns wurde erzählt das, das ganze Gelände 16 ha umfasst. Unser nächster Weg führte uns zu den zerstörten Gaskammern mit integrierten Krematorien, diese Gebäude wurden bis auf eins von den Nazis zerstört um nach dem Krieg Spuren ihres Verbrechens zu verwischen. Das Krematorium welches nicht von den Nazis zerstört wurde hatten Gefangene niedergerissen, beim einzigen und ersten Aufstand im Gesamtlager Auschwitz. Aber trotz der Zerstörung konnte man sich noch ein grausames Bild der Vorkommnisse machen. Nun besuchten wir das Denkmal an dem vor kurzem erst unser Papst Benedikt der XIV gebetet hat. Unser Fremdenführer zeigte nun auf den Horizont und sagte das wir jetzt an das andere Ende des Lagers gehen. Nach einer halben Stunde Fußmarsch erreichten wir wieder den Eingangsbereich. Es dürfte sich um ca. 2 km gehandelt haben die wir gegangen sind und dies gab uns einen Eindruck der Größe dieser Anlage. Kurz vor dem Eingangsbereich befanden sich noch Holzbaracken zum Wohnen und Holzbaracken mit Latrinen. Beide Gebäude waren von Unmenschlichkeit kaum noch zu überbieten, in diesen Wohnbaracken waren die Menschen den Witterungen fast vollständig ausgesetzt.

Abschließend trafen wir uns alle noch mal am Ausgang, verabschiedeten und vom Reiseleiter und machten uns auf dem Weg zu einer weiter abenteuerlichen Fahrt durch Polen. Wir erreichten Hoyerswerda wieder gegen 23:00 Uhr und waren somit über 24 Stunden unterwegs, aber trotz vieler Schwierigkeiten und Anstrengungen war es eine beeindruckende Exkursion und sollte für alle Schüler Pflicht sein.

Vielen Dank an die Organisatoren.

 

Marcus Mathissen

 

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+  Januar 2018  +

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